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Geschichte unseres Kreisverbandes

Quellen der Historie

Auszüge aus der Chronik: 125 Jahre Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes in Waldeck, Hrsg.: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Korbach-Bad Arolsen e.V., Verfasser: Dr. Siegfried Jopp, Erscheinungsjahr 2003

Jahresberichte 1970 - 2010

RK-Intern 2004-2011

Redaktionelle Bearbeitung: Günther Birkenstock


20.02.1870 Gründung "Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger"  

1876


Gründung "Waldeckischer Landesfrauenvereine", Initiatorin Fürstin Helene; Vorstand: Frau Konsistorialrat Curtze als Vorsitzende, Frau Geheimrat Varnhagen als Stellvertreterin, Oberamtsrichter Dr. Waldeck als Schatzmeister, Geheimrat Varnhagen als Schriftführer.  

03.03.1878


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Beschluss der Statuten des Waldeckischen Frauenvereins zu Corbach, Wildungen, Arolsen und Mengeringhausen:

"§ 1 Zweck des Vereins.

Der Waldeckische Frauenverein hat den Zweck, das geistige und materielle Wohl der Bedürftigen zu fördern, und sucht diesen Zweck zu erreichen durch:

1) Armen- und Krankenpflege, einschließlich der Hülfe für Verwahrloste, der Einrichtung von Suppenanstalten, der Anfertigung von Kleidungsstücken;

2) Hebung des Handarbeitsunterrichts;

3) Errichtung von Kleinkinderschulen;

4) Zuweisung von Arbeit;

5) Verbindung mit dem Vaterländischen Frauenverein in Berlin und Förderung von dessen Bestrebungen in Noth- und Kriegszeiten."

Dieser Tag gilt auch als Gründungsdatum des DRK für das 125-jährige Jubiläum im Jahr 2003.


 

1882

 

 


Gründung des Corbacher Samaritervereins (Vereinigung von Männern), Zweck des Vereins war die "Belehrung über die ersten Hilfeleistungen bei Unglücksfällen, Ausbildung qualifizierter Persönlichkeiten zu Krankenpflegern und Einrichtung von Depoten der zur Pflege Kranker und Verunglückter erforderlichen Gegenstände." Vorstand: Kreisamtmann des Eisenbergkreises, Giesecken.

 

 

 
02.12.1881 Vorlage einer überarbeiteten Fassung der Satzung unter Vorsitz der Fürstin Helene  

01.01.1882




Neue Satzung tritt in Kraft: Wesentlicher Inhalt ist die Herausnahme religiöser Bezüge. Erhalten blieb aber die Mitwirkung des Ortsgeistlichen und die Berichtspflicht an die Fürstin Helene, was sich deutlich in der Wortwahl ausdrückte: "Untertänigster Bericht...Ew. Hochfürstliche Durchlaucht wollen gnädigst geruhen im Nachfolgenden diesen ...huldreich entgegenzunehmen."

 

 

 

1882-1887



Gründung weiterer Frauenvereine: Gründung der Frauenvereine in Twiste, Helsen, Kohlgrund, Landau, Rhoden, Niederwildungen, Odershausen, Bergheim, Braunau und Wellen im Jahr 1882, Gründung eines Frauenvereins in Sachsenhausen im Jahr 1883, Gründung eines Frauenvereins in Sachsenberg, Adorf, Usseln und Wirmighausen in der Jahren 1887/1888.

 

 
1892 Gründung einer Arolser Sanitätskolonne  
1895 Gründung einer Wildunger Sanitätskolonne  

1911/1912

 


Gründung der Korbacher Sanitätskolonne

Die Sanitätskolonnen waren von Männern besetzt und dienten der Versorgung von Verletzten durch Kriegshandlungen. Sie lösten sich teilweise auf, wurden aber wiederbegründet zu Beginn des 1. Weltkrieges.

 

09.01.1904


Das Königliche Kriegsministerium erteilt die Erlaubnis, dass der "Vaterländische Frauenverein" das Zeichen des Roten Kreuzes verwenden darf.


 
10.05.1912 Corbacher Samariterverein tritt dem Landesverband vom Roten Kreuz bei.  

1914

 

Gründung eines Landesausschusses des Roten Kreues, der nur für die Kriegsdauer gegründet wurde, um "alle Maßnahmen der Kriegswohlfahrtspflege" zu koordinieren. Dieser Ausschuss tagte allmonatlich im Residenzschloss in Arolsen.

 

1914 - 1918



In der Zeit des 1. Weltkrieges wurden zahlreiche Lazarette eingerichtet, wie z. B. im Arolser Schloss unter der Leitung von Sanitätsrat Dr. O. Ohlendorf. Es wurden auch zahlreiche Sammlungen durchgeführt, so wurde z. B. Frauenhaar gesammelt, das als "vorzüglicher Ersatzstoff" für die Herstellung von Treibriehmen, Filzplatten und Isoliermaterial gebraucht wurde. Vom Roten Kreuz eingesammelte Geldspenden wurden für die "Nationalstiftung für die Hinterbliebenen unserer Krieger" verwendet.

 

1916

 


Stiftung einer Brosche in Eisen mit dem Roten Kreuz und dem Waldeck-Pyrmonter Stern von der Fürstin Bathildis, um die besondere Verbundenheit der waldeckischen Frauenvereine mit dem Fürstenhaus zu unterstreichen ("...zum äußeren Zeichen der Dankbarkeit seiner Mitglieder und um zu dieselben zu weiterer hingebender gemeinschaftlicher Tätigkeit im Dienste der Nächstenliebe und zum Heile des Vaterslandes anzuregen").  

26.06.1919






 

 

Aufgabe des "Protektorats" durch die Fürstin. Mitteilung der Hofdame der Fürstin Bathildis an den waldeckischen Landesfrauenverein, "dass Hochdieselbe - in Anbetracht der veränderten Verhältnisse - sich veranlaßt sehen, das Protektorat über den Verein niederzulegen." Danach übernahm sie ab 07.08.1919 nur noch den "Ehrenvorsitz". Die Landesversammlungen fanden aber häufig noch im Schloss statt, so z. B. im Jahr 1921, als die Waldeckische Landeszeitung schrieb: "Die Menge der Erschienen war so groß, dass der Gemeindesaal sie kaum zu fassen vermochte. Die Vorsitzende, Frau Kammerpräsidentin Diehle, begrüßte besonders Fürstin Bathildis zusammen mit der Braut des Erbprinzen, der Herzogin Altburg von Oldenburg..."

 

23.11.1920



Beschluss auf dem 14. Führer- und Ärztetag deutscher Sanitätskolonnen unter Beteiligung von Delegierten aus Waldeck in Frankfurt, dass das Rote Kreuz "neu und künftig lediglich und ausschließlich für Friedenstätigkeit da" sei. Dieser Einstellungswandel war ein wichtiger Läuterungsprozess, da man sich zuvor im 1. Weltkrieg all zu sehr in den Dienst der Kriegsführung gestellt hatte.  

16.01.1921




Zusammenschluss der Sanitätskolonnen Korbach, Arolsen und Bad Wildungen zu einem Landesverband der waldeckischen Sanitätskolonnen. Landesvorsitzender wurde Herr Hofrat Dr. Deetz.

 

 

 

1923

 

 

Zeit der Inflation. Mit ihr eine katastrophe finanzielle Lage in der Bevölkerung und eine damit verbundene wirtschaftliche Not. Der DRK-Präsident schrieb damals an den Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, dass "die Bevölkerung unabhängig von ihrer gesellschaftlichen Schichtung in ihrer Mehrzahl schwerste Entbehrungen erleidet."

 

 
17.05.1926 Zusammenschluss des Waldeckischen Landesfrauenvereins und der Waldeckischen Sanitätskolonne zum "Waldeckischen Roten Kreuz"  

1927

 

Geburtsjahr des Jugendrotkreuzes. Mit Hilfe von Dr. Deetz wurden Samariterinnenkurse eingerichtet. In dem Jahresbericht erklärt er: "Seitens des DRK ist ein Jugendrotkreuz gegründet worden, das den Gedanken des Roten Kreuzes bereits den Schulkindern ans Herz legen will."  

01.04.1929

 

Ende des "Freistaates Waldeck" und Anschluss an Preußen. Dies bewirkte die formelle Auflösung des Waldeckischen Roten Kreuzes. Zuvor hatte Dr. Deetz noch vergeblich versucht, einen Anschluss an Provinzialverein Hessen-Nassau zu erreichen.  

29.10.1932



Beschluss der neuen Satzung für den "Kreisverein des Preußischen Landesvereins vom Roten Kreuz für das ehemalige Land Waldeck". Noch in dem Jahr 1932 erhielten die frisch ausgebildeten Samariterinnen nach Abschluss ihres Lehrgangs von der Fürstin Bathildis die Rotkreuznadel. Eine Zeitzeugin berichtete: "Wir knieten dann nach bestandener Prüfung vor der Fürstin nieder, die uns die große Ehrennadel ansteckte."  

1933 - 1945








 

Machtergreifung Hitlers. Sehr schnell hatte sich allgemein das Rote Kreuz an die neuen Machtverhältnisse "angepasst". Dies geht beispielhaft aus dem Brief des Präsidenten des DRK, von Winterfeldt, an Reichskanzler Hitler hervor:" Das Deutsche Rote Kreuz verehrt in Ihnen, Herr Reichskanzler, den Führer, der in wenigen Monaten stürmischer Entwicklung die Erneuerung des Deutschen Roten Kreuzes vollzogen hat. Im Namen anderthalb Millionen Männer und Frauen im DRK erkläre ich die unbedingte Bereitschaft, uns Ihrer Führung zu unterstellen und Ihnen zu folgen." Rudolf Heß setzte den Generaloberstabsarzt a.D., Sanitätsgruppenführer der SA, Dr. Hocheisen für die Eingliederung des DRK in den nationalsozialistischen Staat ein. Dies hatte zur Folge, dass auch in den "Vaterländischen Frauenvereinen" niemand im Vorstand sein sollte, der nicht Nationalsozialist war. Auch in Waldeck passte man sich der "Gleichschaltung", mit Unterstützung der Fürstin Bathildis und Frau Sonnenberg, an. Mut, sich dem zu widersetzen, hatte eine Frau Frieda Diehle, Vorsitzende des Ortsfrauenvereins Arolsen, die aufgrund von Differenzen mit von NSDAP-Mitgliedern besetztem Vorstand von ihrem Posten zurücktrat. In der Folgezeit wurden zu allen Rotkreuz-Veranstaltungen BDM und SS-Verfügungsttruppen "herzlich eingeladen". Frau Frieda Graf, die auf Wunsch der Fürstin Bathildis zur Vorsitzenden des "Waldeckischen Frauenvereins" berufen war, hielt in 1934 nach einer Abschlussprüfung der Samariterinnen eine den Führer verehrende Abschlussrede ("wie dankbar können wir dafür sein, dass an der Spitze des Reiches Männer stehen, die Gott uns durch unseren Führer Adolf Hitler gegeben hat."), was deutlich macht, dass es keine kritische Distanz zur NS-Herrschaft gab.  

1935



Auflösung des Kreisvereins Waldeck aufgrund Wunsch der Gauleitung und Initiative der Fürstin Bathildis. Die neuen "Vaterländischen Frauenvereine" der Twiste, des Eisenbergs und der Eder wurden dann vom Vorsitzenden den noch bestehenden Kreismännervereins, Heinrich Bremer, zu einer Arbeitsgemeinschaft "Kreisverein Waldeck des Deutschen Roten Kreuzes" zusammengefasst.  

1936


 

 

Treuschwur auf Hitler. Alle aktiven Dienstkräfte des DRK wurden in diesem Jahr auf die Gefolgschaft zu Hitler mit folgendem "Treueeid" verpflichtet: "Ich schwöre Treue dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler. Ich gelobe Gehorsam und Pflichterfüllung in der Arbeit des DRK nach den Befehlen meines Vorgesetzten. So wahr mir Gott helfe." Diese Verpflichtungserklärung wurde von dem Vorsitzenden des Kreisvereins Heinrich Bremer in Form einer "Verpflichtungstour" von jedem abverlangt.

 

 
1937 Erster Sanitätskraftwagen wurde in Dienst genommen.  

01.01.1938





 

 

Gesetz über das Rote Kreuz tritt in Kraft. Dieses Gesetz sah vor, dass das Deutsche Rote Kreuz e.V., der Reichsfrauenverbund und sonstige unter der Fahne des Roten Kreuzes stehenden Verbände zu der Einheit Deutsches Rotes Kreuz zusammengefasst wurden. Das Rote Kreuz wurde dadurch zu einer Körperschaft öffentlichen Rechtes. Der geschäftsführende Präsident Dr. Gravitz, SS-Obersturmführer und Reichsarzt, wurde aufgrund Vorschlag des Oberkommandos der Wehrmacht, des Reichsinnenministers und des Stellvertreter des Führers ernannt. Gravitz war maßgeblich an den Euthanasieverbrechen beteiligt. Er wurde als Folge dieses Gesetzes auch in Waldeck alle Ortsvereine aufgelöst und in der DRK-Ortsgemeinschaft zusammengeschlossen. Im Zuge der bürokratisierten Umsetzung der Neustrukturierung der DRK-Kreisstellen und DRK-Kreisgemeinschaft verfügte der Vorsitzende Heinrich Bremer Personalakten anzulegen mit folgenden Bestandteilen: ...Verpflichtungserklärung auf den Führer, Nachweis der Deutschblütigkeit..." Der Inhalt der Personalakte war der Gauleitung der NSDAP zu melden.  

01.02.1942



 

 

Zusammenlegung der bisherigen drei Kreise (Arolsen, Korbach, Bad Wildungen) zum neuen Landkreis Waldeck mit Sitz in Korbach. Als Folge hiervon wurden die DRK-Kreisstellen Twiste, Eder und Eisenberg in die DRK-Kreisstelle Korbach zusammengefasst. Landesführer Ortlepp hatte nach einer Besprechung mit Landrat Marquardt am 24.10.1942 in einer Verfügung bestimmt, dass "nach dem Siege" die drei DRK-Kreisstellen in Korbach, Arolsen und Bad Wildungen zu einer DRK-Kreisstelle Waldeck mit Sitz in Korbach zusammengelegt werden sollen. Dazu ist es aber nicht mehr gekommen.

 

 

1942 - 1945



"Totaler Krieg". Auch in Waldeck stiegen die Verluste an Menschleben und die Zahl der Verwundeteten, die in Lazaretten in Arolsen und in der Gummifabrik in Korbach versorgt wurden. In Korbach wurden während des Krieges über 3.000 Verwundetentransporte durchgeführt. In Arolsen wurde ein DRK-Schwesterhelferinnenheim eingerichtet, um die Schwesternhelferinnen "zu kasernieren". Zusammenbruch und bedingungslose Kapitulation war am 08.05.1945.

 

 

1945

 

 

 

 

 

Gründung des Landesverbandes Hessen als eingetragener Verein. Erste Vorstandswahlen in Arolsen: Es wurden Herr. Dr. Leipolt als Vorsitzender (ab 1949 Dr. Wagner) gewählt, Heinrich Bremer als geschäftsführender Vorsitzender, Frau Troubal als Schatzmeisterin (ab 1948 Frau Kaselitz), Frau Lilly Gottmann als Kreisbereitschaftsleiterin und Sachbearbeiterin Frauenarbeit (ab 1954 leitete die Frauenarbeit Fürstin Alburg), Lehrer Winter als Sachbearbeiter Jugendrotkreuz (ab 1951 Lehrer Paul) und Frau Irma Risse als Kammer- und Zeugwartin gewählt. Vorstandswahlen in Korbach: Es wurden Dr. Paul Zimmermann als Vorsitzender, Dr. Max Vogelsang (ab 1952 Dr. Ernst Euler) als Stellvertreter, Hans Seibel als Schatzmeister (ab 1952 Landrat a.D. Dr. Laumen), Wilhelm Emde als Kreisbereitschaftsführer (ab 1949 Paul Donath), Lina Bohne als Kreisbereitschaftsleiterin und Minna Seibel als Geschäftsführerin gewählt.  
20.05.1948 Kreisversammlung in Arolsen beschloss, dass Fürstin Bathildis die Ehrenmitgliedschaft angetragen werden sollte, die 19.10.1948 angenommen wurde.  

26.02.1949



Rückübertragung des Grundstücks Entengasse 2 Korbach an das DRK Korbach durch das Amt für Vermögenskontrolle. Das Grundstück gehörte ursprünglich dem Frauenverein Korbach und wurde per Gesetz 1937 auf das Deutsche Rote Kreuz Berlin übertragen und 1938 zwangsweise von der NS-Wohlfahrt eingezogen. Das Haus diente dem DRK bis zum Umzug in die Arolser Landstr. 23 im Jahr 1975 als Dienstgebäude des DRK.  
24.05.1951 Dr. Deetz wurde als Ehrenmitglied ernannt.  

1945 - 1950




Die Nachkriegsjahre. Sie waren geprägt von der Bewältigung der Probleme durch Flüchtlinge, Vertriebene, Heimkehrer, Schwerbeschädigte. Entlassene Kriegsgefangene und Heimkehrer wurden in Korbach in der Jugendherberge oder in einem Lager auf der Hauer untergebracht. In Arolsen diente das "Fischhaus" bis 1948 als Kriegsversehrtenheim. Der Suchdienst hatte mit der Suche von vermissten Angehörigen seine "Hauptblütezeit". Die innere Struktur musste neu aufgebaut werden, in dem die Bereitschaften und Orstvereine wieder aktiviert wurden. Am 29.03.1949 wurde der Kreisverband Korbach und am 29.09.1949 der Kreisverband Arolsen als Vereine gegründet.  

1950 - 1959






Die Wirtschaftswunderjahre. Die Jahre waren geprägt von Wiedererstarken Westdeutschlands, die als Wirtschaftswunderjahre bezeichnet werden. Auch in Waldeck war der Aufschwung deutlich zu spüren. In Waldeck wurden die Bereitschaften gestärkt und neu gegründet (Bereitschaft Upland 1959). Im Jahr 1951 hatte der Kreisverband Korbach das Haus Kleemann als Kinderheim gepachtet, hinzu kam das kurzzeitige Betreiben eines Entbindungsheims in Schwalefeld. Geschäftsführer war damals Hans Röder, dessen Frau auch im Kreisverband arbeitete. Frau Goullon war als Verwaltungskraft beschäftigt, Herr Volkmann als Krankenwagenfahrer. Frau Josefa Klement, genannt Pepi, war nimmermüde Helferin für vielfältige Aufgaben. In Arolsen konnte Herr Heinrich Bremer feststellen, dass im Jahr 1955 im Raum Arolsen die höchste Mitgliederdichte in ganz Hessen erreicht wurde. Besondere Protagonisten für die Rot-Kreuz-Aktivitäten waren Lehrer Paul für das JRK und Anna Mollenhauer, die in allen größeren Schulen Erste-Hilfe-Kurse durchführte. Der Sitz des Roten Kreuz Arolsen war in der Kaulbachstraße, wo die Geschäftsstelle bis zum Jahr 1988 verblieb, als man in das neue Gebäude im Hünighäuser Weg eingezog.  

1960 - 1969









Konsolidierung. Die sechziger Jahre waren geprägt von der Konsolidierung der Bundesrepublik Deutschlands und Festigung durch die Politik Adenauers in das westliche Verteidigungs-und Wirtschaftsbündnis (Nato, EWG). Auch in Waldeck machte sich diese Konsolidierung positiv bemerkbar, die aber bald auch zu einer gewissen Stagnation führte, weil die vielfältigen und wichtigen Aufgabenfelder, die nach den Kriegszeiten zu bewältigen waren, nach und nach wegfielen, so dass bereits 1960 der Vorsitzende des DRK Arolsen, Dr. Wagner, eine Mitgliederwerbeaktion ansetzte, um schwindender Mitgliederzahlen entgegenzuwirken. Da es insgesamt an neuen Aufgaben und Zielen fehlte, wurde im Landesverband Hessen eine Kommission eingesetzt, die Vorschläge unterbreiten sollte, welche Aufgaben eingeschränkt oder aufgegeben werden sollten. Im Zuge dieser Entwicklung wurde auf Anregung von Hans v. Ploetz hin, der 1965 die Leitung des Arolser Roten Kreuzes übernommen hatte, die Zusammenlegung der beiden Kreisverbände Korbach und Arolsen angebahnt. Es kam zu mehreren Gesprächen, an den neben dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Korbach, Dr. Zimmermann, auch Kreisgeschäftsführer Röder und Frau Troubal als Angestellte anwesend waren.  Der damalige Landrat Dr. Reccius hatte sogar eine Zusammenlegung aller drei Kreisverbände unter Einbeziehung des Kreisverbandes Bad Wildungen angeregt. Dieses Ansinnen scheiterte aber am Widerstand dieses Kreisbverbandes, so dass es 1970 nur zu einem Zusammenschluss der beiden Kreisverbände Korbach und Bad Arolsen kam.  

1970 - 1979










Aufschwung durch gemeinsamen Kreisverband Korbach-Arolsen. Die Zusammenlegung der Kreisverbände Korbach und Arolsen brachte eine wirtschaftliche Stärkung des Kreisverbandes. Die siebziger Jahre waren geprägt von einer Erweiterung von Aufgaben des DRK (Vermittlung von Müttergenesungskuren, Krankentransport, Sozialdienste von ehrenamtlichen Sozialhelferinnen, Blutspendedienst) und Festigung alter Aufgaben (Suchdienst, Rotkreuzgemeinschaften, JRK, Ausbildung in Erster Hilfe). Es entstanden in dieser Zeit auch die "echten Altenclubs".  Die Kreisnachforschungsstelle des Suchdienstes hatte noch sehr viel zu tun mit der Familienzusammenführung der durch die Kriegswirren weit in den ehemaligen Gebieten der UdSSR und dessen Machtbereich (Polen, Rumänien, Ungarn, Tschecheslowakei) verstreuten Landsleuten. Hauptaufgabe im sozialen Bereich lag in der Hilfe für alte Menschen, die zu Hause oder in Heimen lebten. Alle Dienste wurden noch von ehrenamtlichen Kräften (Sozialhelferinnen) geleistet. Die 70iger Jahre waren auch geprägt von dem sogenannten Schwesternhelferinnen-Programm, das dazu diente, eine große Anzahl von ausgebildeten Hilfsschwestern für den Konflikt- und Katastrophenfall zur Verfügung zu haben. Es wurde von dem Bundesministerium des Innern im Rahmen des allgemeinen Katastrophenschutzes finanziell gefördert. Die Lehrgänge leitete Frau Elsa Koch, danach Frau M.L. Horn und Frau Reinhild Ohm. In diesen Jahren wurden auch die Kriegsdienstverweigerer anerkannt, sie konnten als Erstatzdienstleistende (später Zivildienstleistende genannt) vorwiegend im Rettungsdienst, später auch in anderen Bereichen ("Essen auf Rädern") eingesetzt werden. Einige der "Zivis" sind auch bei uns "hängengeblieben" und arbeiten heute im Rettungsdienst.  

1971



Der seit 1960 tätige Geschäftsführer Röder musste 1970 aus Krankheitsgründen ausscheiden, so dass nach vergeblicher Stellenauschreibung Herr Wilhelm Lange 1971 zwei Tage in der Woche neben seiner Tätigkeit als Verwaltungsleiter und Schatzmeister im DRK Frankenberg die Geschäftführung in Korbach übernahm. Es gab 12 hauptamtliche Mitarbeiter, davon 8 Krankenwagenfahrer.  

1972



Im Jahr 1972 entstand der erste Altenclub in Bömighausen-Neerdar. der Kreisverband erhielt die Anerkennung des Kreisverbandes als Dienststelle für den Einsatz von Ersatzdienstverpflichteten. An Personalien ist zu erwähnen, dass Frau Elsa Koch im Jahr 1972 ihre 10-jährige Arbeit ihr Amt als Leiterin des Pflegedienstes niedergelegt hatte, Herr Dieter Schäfer im Jahr 1972 Nachfolger von Herrn Heller als Leiter der Männerarbeit wurde.  

1973



 Frau Jarms wurde Leiterin der Frauenarbeit. Die männliche und weibliche Bereitschaft in Arolsen wurde zusammengelegt. Die paritätische Führung übernahmen Frau Inge Müller und Herr Ernst Günter Jarms. Herr Manfred Schön übernahm von Heinz Volkmann die Bereitschaftsführung. Frau Barbara Erdmann war neben Hans von Ploetz stellvertr. Vorsitzende des 1. Vorsitzenden Dr. Paul Zimmermann (Bürgermeister von Korbach). Es konnte trotz Bemühens des Kreisverbandes keine Ersatzdienstleistende gewonnen werden.  

1974



Erstmals Erwähnung von Zivildienstleistenden, die im Krankentransport eingesetzt wurden. Es gab 15 hauptamtliche Mitarbeiter (fünf davon in der Verwaltung). Rechtsanwalt Ernst Krüger wurde Justitiar vom Roten Kreuz, Kurt Krosse Schatzmeister, Kreisbereitschaftsärztin wurde Frau Dr. Herta Bertram, Leiter des JRK Herr Karl Paul. Herr Hans von Ploetz gab sein Amt als stellvertr. Vorsitzender auf.  

1975




Ankauf und Umbau des Raiffeisenhauses in Korbach. Dem Einzug in das neue Gebäude am 01.04.1975 in der Arolser Landstr. 23 (vorher Entengasse 2) und Bau von Garagen und Waschhalle waren umfangreiche Umbau- und Renovierungsarbeiten vorausgegangen. Die Gesamtkosten betrugen 909.853,97 DM. In der Verwaltung waren Herr Ullrich Holzapfel und Frau Irmgard Röder tätig. Beginn der Bewegungungsübungen im Alter mit 17 Gruppen in 11 Orten. Es wurden erstmals hierfür 5 Übungsleiterinnen ausgebildet. Protagonisten dieses Programms war das Frau Katharina Honus.
 

1976



Dr. Dr. Horst Bökemeier (Bürgermeister von Korbach) wurde am 20.06.1976 als Nachfolger von Dr. Paul Zimmermann zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dr. Zimmermann starb am 11.11.1976. Es bestanden inzwischen 25 Altenclubs. Die Korbacher Altentagesstätte wurde an 220 Tagen vom DRK-Arbeitskreis betreut. Es wurden 22 Frauen und Mädchen zu Schwesternhelferinnen ausgebildet. Es bestanden JRK-Gruppen in Arolsen, Bömighausen, Hesperinghausen und Usseln. Eine in 1975 begonnene Mitgliederwerbeaktion konnte im Mai 1976 abgeschlossen werden.  

1977



Erste Werbebroschüre mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren wurde gedruckt. Karl Klein war Schatzmeister, Dr. Iqbal Kreisverbandsarzt. Werner Poschmann wurde Leiter des JRK, Heinz Volkmann stellvertr. Kreisbereitschaftsführer von Dieter Schäfer als Kreisbereitschaftsführer, Walter Arnold kommissarischer Katastrophenschutzbeauftragter. Alfred Heller übernahm den Fachdienst Sanitätsdienst.  

1978



Aktion "Essen auf Rädern"  wurde durch den Frauenarbeitskreis und den Ortsverein Korbach ins Leben gerufen. 35 Essenportionen wurden anfangs an Korbacher Bürger verteilt. Das Kostendämpfungsgesetz bewirkte einen Rückgang der Krankentransporte um 10 %.

 

 

1979


Hilde Weber wurde Kreisbereitschaftsleiterin. Es bestanden 31 Altenclubs. Das Angebot "Essen auf Rädern" hatte sich mit 10.593 Essensportionen etabliert. Schatzmeister wurde Herr Werner Eimer, Kreisverbandsärzte  waren Dr. Helmut Anhalt und Dr. Iqbal Sattar. Wilfried Müller wurde stellvertr. Kreisbereitschaftsleiter von Alfred Heller.  

1980 - 1989


Jahre der Professioanlisierung. Die achtziger Jahre waren geprägt von einer zunehmenden Professionalierung der Arbeit. Dies trifft für den Krankentransport und Rettungsdienst, aber auch vor allem für die Sozialarbeit zu. Es kamen neue Aufgabenfelder hinzu (Ambulante soziale Dienste, Schuldnerberatung), die nicht mehr ehrenamtlich zu leisten waren. Folgerichtig war auch dann die Aufstockung des hauptamtlichen Personals.

 

1980



Ein Rückgang der Mitglieder im JRK wurde beklagt, so dass nur noch in Arolsen eine ganzjährige JRK-Arbeit betrieben wurde. Ullrich Holzapfel und Edith Müller übernahmen das Kreisauskunftsbüro als Teil des Suchdienstes. Frau Eltze übernahm die Leitung des Pflegehilfsdienstes und die Karteiführung für das Schwesternhelferinnen-Programm, sie löste damit Frau Wohlfart ab, die zuvor 10 Jahre lang diese Aufgabe inne hatte.  

1981









Frau Martzog übernahm die Krebsnachsorge. Sie wurde hierfür in der Bundesschule durch Lehrgänge hierfür ausgebildet. Sie übernahm die Betreuung von Personen, die nach einer Krebserkrankung psychosoziale Hilfe brauchten.

Die Ayslantenbetreuung wurde von Frau Barbara Erdmann verstärkt vorangetrieben. Zahlreiche Personen wurden in den beiden Pensionen "Alte Wiese" in Lengefeld und "Haus Sonnenberg" in Welleringhausen betreut.

Das Essen auf Rädern wurde durch die Hinzunahme von Tiefkühlkost erweitert. Hierfür wurde ein VW-Bulli angeschafft, der das kleine Renault-Fahrzeug, das vorher benutzt wurde, ablöste. Die Arbeit erledigte ein Rentner und Sozialhelferinnen gegen eine geringe finanzielle Entschädigung.

Die Seniorengymnastikgruppen war auf eine Zahl von 19 angewachsen und erfreuten sich eines guten Zuspruchs.

 

 

1982





Die Plätze für Zivildienstleistende waren bis auf 8 Stellen angewachsen. Einführung der Selbstbeteiligung an Fahrten im Krankentransport mit einem Betrag von 5 DM. Das erste Mal hatte ein Mann (Herr Wallraf) an einem Schwesternhelferinnen-Kurs teilgenommen.Gründung der Veranstaltungsgruppe die sich um eine rotkreuzunypische Aufgabe, nämlich die Vorbereitung und Durchführung von Karnevalsveranstaltungen kümmerte. Diese Gruppe blieb noch bis 1996 aktiv. Dr. Sattar war als Verbandsarzt ausgeschieden. Ernst Krüger war als stellvertr. Vorsitzender ausgeschieden, an seine Stelle rückte Dr. Norbert Mertsching aus Arolsen.

 

 

1983





Zentrale Funkleitstelle im Feuerwehrsützpunkt am Katthagen in Korbach nahm am 01.01.1983 ihren Betrieb auf. Bis dahin wurde die Koordination der Einsätze in Eigenregie geregelt. Für die Funkleitstelle hatte der Landkreis Personal eingestellt, das von Herrn Volkmann eingewiesen wurde. Die Veranstaltungsgruppe erfreute sich wachsender Beliebtheit und hatte mittlerweile 57 Mitglieder. Herausragend war die Karnevalsveranstaltung im Gemeinschaftshaus in Lengefeld. Es gab sogar eine Funkengarde unter der Leitung von Frau Stremme und einen Spielmannszug von 15 Mädchen.

 

1984



In der Seniorengymnastik hatte sich die Anzahl der Gruppen auf 26 erhöht, die Kleiderkammer konnte in einen größeren Raum umziehen. Die Krebsnachsorge hatte inzwischen doch Zuspruch gefunden, so dass man 175 Einzelgespräche und 80 Hausbesuche verzeichnen konnte.

 

 

1985






Es wurde erste Auszubildende (Frau Seitz) zum Bürokaufmann eingestellt. Herr Lange beendete seine Tätigkeit als Geschäftsführer am 31.12.1985. Neuer Krankentransportleiter wurde Herr Wilfried Müller, der Herrn Heinz Volkmann ablöste, der aus Krankheitsgründen sein Amt aufgeben musste. Der Altenclub in Rhena konnte sein 10jähriges Bestehen feiern. 10jähriges Bestehen konnte ebenso die Seniorengymnastik in der Jubiläumswoche zwischen 10.09. und 16.09.1985 feiern. Neubeginn einer Jugendrotkreuzgruppe in Korbach. Gleichzeitig mit dieser Gruppe begann auch Frau Vetter mit dem Jugendakkordeonorchester. Bereits in diesem Jahr war eine Gruppe von 58 Jugendlichen in zahlreichen Darbietungen in Korbach und Umgebung unterwegs.

 

 

1986













Am 01.01.1986 wurde Frau Edith Müller, zuvor schon 10 Jahre als Buchhalterin im Kreisverband beschäftigt, zur Geschäftsführerin ernannt. In der Verwaltung waren damals tätig: Ullrich Holzapfel, seit 01.01.1971 für allgemeine Verwaltung, Hilde Richter, seit 01.08.1971 für die Krankentransportrechnungen verantwortlich, Sigrid Ness, seit 01.01.1985 als Buchhalterin tätig, Anni Schwarz, seit 01.10.1985 für die Mitgliederverwaltung verantwortlich, Petra Seitz, seit 01.08.1985 als Auszubildende zum Bürokaufmann und Günther Birkenstock, seit 01.06.1986 als ABM-Kraft. Im Rettungsdienst Korbach waren damals als Rettungssanitäter beschäftigt: Wilfried Müller, seit 22.02.1971 (seit 01.01.1985 als Krankentransportleiter), Helmut Richter, seit 15.06.1968, Heinrich Leyhe, seit 01.04.1969, Alwin Wilhelmi, seit 01.04.1974, Christian Pohlmann, seit 01.06.1979, Gunter Arnold, seit 01.03.1982, Hans-Joachim Wank, seit 01.06.1985 und Bernd Warnecke, seit 01.07.1986. Im Rettungsdienst in Arolsen waren als Rettungssanitäter tätig: Wilhelm Budde, seit 12.12.1972, Helmut Hartung, seit 01.01.1979, Andreas Budde, seit 01.11.1981 und Jörg Seidler, seit 01.12.1986. Das Jahr 1986 kann man auch als Geburtsjahr des professionellen Pflegedienstes im DRK bezeichnen. Damals begann man mit dem "Ambulaten sozialen Dienst", für den aufzubauen und zu koordinieren Günther Birkenstock als ABM-Kraft eingestellt wurde. Für diesen Dienst wurden Schwesternhelferinnen eingestellt (die ersten waren Frau Pfingst und Frau Stück), die ambulante sozialpflegerische Arbeiten in Haushalten verrichten sollten und Zivildienstleistende eingesetzt.

 

 

 

 

1987











Erstmal Erstellung einer Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, da die Buchhaltung von Kameralistik auf kaufmännische Buchführung umgestellt wurde. Verlegung der Dienststelle des Rettungsdienstes in Arolsen von der Kaulbachstraße in den Hünighäuser Weg 4. Im Jahr 1987 startete auch das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKIP). Frau Kachel war die Protagonistin. Zielgruppe waren junge Eltern mit ihren Babys, die erste Lernerfahrungen in Kleingruppen miteinander machen konnten. Am 01.10.1987 begann Herr Günther Birkenstock mit der Schuldnerberatung, der als Bankkaufmann, Sozialarbeiter und Dipl.-Psych. den Anstoß dazu gegeben hatte, dass das DRK diese Aufgabe übernehmen sollte. Es war die erste Beratungsstelle des Roten Kreuzes in Hessen und auch des Landkreises. Der ambulante soziale Dienst wurde weiter ausgebaut, insgesamt 38 Schwesternhelferinnen und zwei Zivildienstleistende (Markus Pollak und Markus Esslinger) konnten damals eingesetzt werden, 44 Betreuungsfälle konnten übernommen werden, wobei die meisten aus Korbach kamen. Drei ABM-Kräfte (zwei Schwestenhelferinnen und eine Krankenschwester) konnten eingestellt werden. Zwei Fahrzeuge konnte mit finanzieller Unterstützung des Kuratoriums Deutsche Altershilfe angeschafft werden. Die Kosten für die Inanspuchnahme der Dienste mussten in den meisten Fällen aus eigener Tasche aufgebracht werden, in Ausnahmefällen übernahmen auch Krankenkasse oder das Sozialamt die Kosten. Zur Unterstützung gab die Waldecker Bank damals eine Spende in Höhe von 13.500 DM.

 

 

 

1988









Das Nortarztsystem wurde in Korbach eingeführt. Der erste Notarztwagen wurde angeschafft. Mit der Einführung dieses Systems, für das sich Frau Müller als Geschäftsführerin bereits im Jahr 1987 vehement eingesetzt hatte, kam es zu einem Systemwechsel: Nicht der Patient sollte möglichst rasch zum Arzt, sondern der Arzt sollte möglichst rasch zum Patienten gebracht werden. Damit wurde auch der Notfallarzt geboren, der vor Ort (Unfallort, häusliche Umgebung) erste medizinische Maßnahmen einleiten und die Transportfähigkeit sicherstellen sollte. Dabei hatte man sich für das Rendezvous-System entschieden: Während das Notarzteinsatzfwagen ( NAW) direkt an die Einsatzstelle ausfuhr, wurde der Arzt im Krankenhaus mit dem Notarzteinsatzfahrzeug ( NEF) im Krankenhaus abgeholt und zum Notfallort gebracht. Dieses System war notwendig, weil Arzt und Rettungsdienstpersonal an verschiedenen Ort stationiert waren. Zur Jubiläumswoche 125 Jahre Rotes Kreuz wurde in der Fußgängerzone in Korbach über die umfangreiche Arbeit informiert. Für die amulanten sozialen Dienste konnte über die Förderung des Hessischen Sozialministeriums ein weiteres Fahrzeug angeschafft werden. Inzwischen wurden 60 Personen versorgt. Herr Kurt Krosse wurde an Stelle von Herrn Eimer Schatzmeister des DRK.

 

 

1989










Am 14.12.1989 übernahm Wolfgang Bonhage (Bürgermeister von Korbach) den Vorsitz des DRK, weil Dr. Dr. Horst Bökemeier Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg geworden war. Frau Doris Müller wurde Leiterin des Pflegedienstes als Nachfolgerin von Frau Elsa Koch. Der verstärkte Zustrom von Übersiedlern und Aussiedlern veursachte zusätzliche Probleme für die Mitrarbeiter in der Dienststelle. Die Übersiedler stammten aus der ehemaligen DDR, die nach Öffnung der Grenzen ins Bundesgebiet strömten und die Aussiedler waren deutschstämmige Menschen und deren Angehörige aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR und Polen. Sehr viele Übersiedler kamen in die Dienststelle, um sich über finanzielle Hilfen zu erkundigen. Gebrauchte Möbel, Küchengeräte und Geschirr, die von den Bevölkerung gespendet wurden, fanden an die Neuankömmlinge reißenden Absatz. Meistens konnte nur vermittelt werden zwischen Anbieter und Nachfragenden. Auch in der Kleiderkammer war ein größerer Ansturm zu bewältigen, der auch einmal eine Polizeieinsatz erforderlich machte, um die Helferinnen vor dem Ansturm zu retten. In diesem Jahr wurde aus EG-Lagerbeständen insgesamt 1.500 KG Butter als Nahrungsmittelhilfe an "sozial schwache, benachteiligte Personen" verteilt.

 

 

 

1990 1999











Das Unwort des Jahres 1993 war "Sozialabbau", erwähnt auch im Jahresbericht als eine Trendwende in der Sozialpolitik, in der der Rotstift angesetzt wurde. Schon damals sprach man sogar von einer "Raffgesellschaft" (Ernt-Ulrich Huster: Neuer Reichtum und alte Armut). Auch bezeichnend war die zunehmende Bürokratisierung und Verrechtlichung der sozialen Sicherungssyssteme. Laurence Peter hat dies 1994 mit seinem Buch "Die Peter-Pyramide" hinreichend gut beschrieben als diese allgemeine Tendenz zur "einheitlichen bürokratische Grundordnung" der Verwaltungssysteme. Das Geld erhiel eine dominante Rolle - Hoimar von Ditfurth bezeichnete dies damals als "Ökonomismus" - und wurde zunehmend als "Totschlagargument" für freie soziale Initiativen benutzt. Auch nahm nach anfänglicher Begeisterung das Unbehagen gegenüber dem Zustrum von Über- und Aussiedlern zu, die sich schnell an das kapitalistische System angepasst hatten und die Sozialsysteme belasteten. Das Rote Kreuz hatte sich in dieser Zeit gut behauptet und mit seinen Angeboten (Schuldner- und Insolvenzberatung, Gebrauchtmöbelhilfe, Betreutes Wohnen) an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und versucht, den Platz in der "Konkurrenzgesellschaft" zu behaupten. Hierbei war der Mitarbeiterstamm beträchtlich angewachsen (von ca. 30 in 1990 bis 111 in 1999), so dass man von einer wachsenden Professionalisierung der Arbeit des DRK sprechen kann. Von vielen treuen Weggefährten musste sich man sich endgültig verabschieden (Walter Arnold 1995, Hubert Neumann 1998, Dieter Schäfer 1999), die lange Zeit die Arbeit im Roten Kreuz mit geprägt hatten und in den 90-iger Jahren gestorben waren.

 

 

1990









Am 15.03.1990 wurde das Notarztsystem auch in Arolsen eingeführt. Kooperationspartner sind die Notärzte des Stadtkrankenhausen Arolsen. Dr. Mertsching schied als Vorstandsmitglied aus, für ihn kam Dr. Harald Ise. Ullrich Holzapfel, der seit 1970 als Verwaltungskraft tätig war, ging in den Ruhestand. Der Ambulante soziale Dienst brachte es auf eine Patientenzahl von 81 Personen. In diesem Jahr wurden 5 Haus- und Familienhelferinnen ausgebildet. Die Über- und Aussiedlerwelle war auf dem Höhepunkt und verursachte einige Aktivitäten. Neben den traditionellen Angeboten wie Kleiderkammer, Suchdienst und allgemeine Beratung kam noch die Gebrauchtmöbelhilfe dazu. Die bereits im Jahr 1989 begonnene Tätigkeit wurde intensiviert mit Einrichtung eines Lagers auf dem Hofgelände des DRK, zuständig hier war Herr Birkenstock, und in Wrexen, zuständig dort Frau Ise. Durch die Öffnung der Grenze zur ehemaligen DDR kam es zur Städtepartnerschaft mit der thüringischen Stadt Waltershausen. Hier wurden einige gute Kontakte hergestellt. Zur Untersützung des dortigen DRK wurde unter der Leitung von Inge Müller vom sozialen Arbeitskreis in Waltershausen ein Basars abgehalten, auf dem gebrauchte Bekleidung aus der Kleiderkammer verkauft wurde; es konnte ein Erlös von 7.000 Ostmark erzielt, die im Verhältnis 1:2 in DM umgetauscht wurde.

 

 

1991












Es wurde der Posten eines Justitiars geschaffen.Herr Dr. Peter Müller-Froelich aus Bad Arolsen übernahm diese Aufgabe. Neu war auch der Vorstandposten der Leitung der Sozialarbeit, hierzu wurde Frau Ursula Bökemeier bestimmt. Dr. Anhalt schied als Verbandarzt aus, für ihn kamen Herr Dr. H.G. Nelles und Dr. Michael Rost aus Korbach. Bernd Fischer löste Alfred Heller als Kreisbereitschaftsführer ab. Alfred Heller wurde, was auch ein Novum war, Betreuer der Ortsvereine. Der im Dezember 1990 gewählte erste Betriebsrat nahm im Januar 1991 seine Arbeit auf. Betriebsratsvorsitzender wurde Günther Birkenstock, der bis 2006 im Amt blieb. Neu eingerichtet wurde aufgrund der Initiatve der neuen Leiterin der Sozialarbeit, Frau Bökemeier, ein Babysitterdienst und Windelservice. Vorwiegend junge Mädchen wurden in einem Lehrgang (Lehrgangsleistung Frau Bökemeier, Herr Dr. Ehrlich referierte über Kinderkrankeiten und Notfälle, Frau Müller über Versichrungsfragen) für den Babysittedienst vorbereitet. Der Windeldienst sah vor, dass gebrauchte Windeln in Container gesammelt und zur Reinigung zur Lebenshilfe gebracht und gereinigt wurden. Sinn der Aktion war, die Mütter von den Plastikwindeln wegzubringen.  In der Gebrauchtmöbelhilfe wurde Herr Robert Becker als ABM-Kraft eingesestellt. Es wurden damals eine Vermittlungsgebühr von 10 DM und 30 DM pro Helfer und Fahrtkilometer in Rechnung gestellt, wenn die Möbel angeliefert wurden. Im Suchdienst war ein stärer gewordener Zustrum von Spätaussiedlern zu bewältigen, die mittels "Wysow" ihre Angehörigen aus den Ostgebieten nach Deutschland holten. Der soziale Arbeitskreis verpackte 3,5 Tonnen Winterkleidung, die Mitte März mit einem Hilfskonvoi nach Rußland gebracht wurden.

 

 

 

1992











Träger des Rettungsdienstes wurde kraft Gesetzes der Landkreis, der sich zur Durchführung dieser Aufgabe Dritter bedienen soll. Es wurde ein Bereichsausschuss gebildet, dem neben dem Landkreis als Träger, die Krankenkassen als Kostenträger und die Leistungserbringer (DRK) angehörten. Aufgabe dieses Bereichsausschusses war die Festlegung eines Bereichsplanes, in dem festgelegt wurde, dass in Bad Arolsen, Korbach und Willingen (Bedarfsfall) Rettungswachen eingerichtet werden sollen. Frau Dr. Weidemann wurde erste Betriebsärztin. Als erste Sicherheitsbeauftragte wurden Herr Asmuth Müller für Arolsen und Bernd Fischer für Korbach bestimmt. Es wurden erneute turnusmäßig Betriebsratswahlen abgehalten. Gewählt wurde für Arolsen Herr Asmuth Müller und für Korbach Herr Günther Birkenstock, Frau Hannalore Ungelenk und Bernd Fischer. Am 01.01.1992 wurde ein Vertrag zur Bildungen einer Arbeitsgemeinschaft zwischen der evangelischen Gemeindepflegestation Korbach/Upland und dem DRK abgeschlossen, die die Versorgung kranker und alter Menschen sicherstellen sollte. Die Fachkrankenpflege übernahm die Diakonie und die Haus- und Familienpflege, der mobilie soziale Dienst, Hausnotruf, Essen auf Rädern und der Babysitterdienst das DRK.

Das Computerzeitalter zog auch beim DRK ein. Der Jahresbericht erschien erstmals vom Computer erstellt.


 

1993







Haushaltsmäßige und buchhalterische Trennung von Kreisverband und Rettungsdienst, bedingt durch das neue Rettungsdienstgesetz, das 1992 in Kraft getreten war. Das DRK wurde Betreuungsverein.  Auf Anregung von Herrn Birkenstock hin wurde diese Anerkennung durch das Regierungspräsidium ausgesprochen und auch die ersten gesetzlichen Betreuungen von ihm übernommen. Einführung eines neuen Kurses "Eltern und ihr erstes Kind", in dem werdende Eltern auf die erste Geburt ihres Kindes vorbereitet werden sollten. Auch wurden erstmals die Eltern- und Kontaktgruppen eingerichtet, die eine logische Fortentwicklung des PEKIP-Programmes darstellten und Eltern mit Kindern bis zu 3 Jahren Begegnungs- und gemeinsame Lernmöglichkeiten schaffen sollten. Frau Klara Helmrich gab ihre ehrenamtliche Arbeit für den Mahlzeitendienst "Essen auf Rädern" auf, der auch auf EDV umgestellt wurde. Die Koordination wurde seit dem von hauptamtlichen Kräften (Frau Querl, Frau Lenz) geleitet.

 

 

1994




Es wurde erstmals eine ABM-Kraft für den Mahlzeitendienst "Essen auf Rädern" einsgestellt und ein Menüservice (Kunden konnten erstmals zwischen verschiedenen Mahlzeiten auswählen) eingeführt. Man beobachtete eine zunehmende Zurückhaltung der Inanspruchnahme der ambulanten sozialen Dienste, da die Konkurrenz (Nachbarschaftshilfe, private Pflegedienste) einen Teil des Marktes für sich beanspruchte. Ursula Bökemeier wurde anstelle von Frau Barbara Erdmann stellvertr. Vositzende. Neuer Schatzmeister wurde Herr Friedhelm Behle, der Herrn Krosse ablöste. Herr Dr. Nelles hatte seine Arbeit als Verbandarzt eingestellt.  

1995







Einführung der Pflegeversicherung. Das DRK war am 01.11.1995 dem Rahmenvertrag für häusliche Krankepflege beigetreten und hatte deshalb examiniertes Krankenpflegepersonal eingestellt. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben musste auch buchhalterisch die mobile Krankenpflegestation auf dem Haushalt des Kreisverbandes herausgenommen werden. Der Vertrag mit der Gemeindepflegestation wurde folgerichtig gekündigt. In der Gebrauchmöbelhilfe konnte ein Anstieg der Inanspruchnahmen durch Sozialhilfeempfänger verzeichnet werden (von 46 % auf 82 %), die Kosten hierfür übernahmen die Sozialämter. Die Krebsnachsorge wurde von Frau Henkler übernommen und und Frau Martzog für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit auf diesem Gebiet geehrt. Der Windelservice wurde aufgrund zu geringer Nachfrage eingestellt. 

 

 

 

1996







Betreutes Wohnen am Südwall wurde am 01.02.1996 eröffnet. Damit wurde ein neues Aufgabengebiet übernommen, das es bisher im Roten Kreuz so noch nicht gab. Betagte Menschen, die noch in ihren eigenen oder angemieteten Appartements lebten, sollten in die Lage versetzt werden, Dienste durch sogenannte "Hausdamen", aber auch Pflegedienstleistungen bei Bedarf in Anspruch zu nehmen. Die Anzahl der betreuten Personen betrug 39. Betreutes Reisen wurde in das Leistungsprogramm aufgenommen, organisiert von dem Ehepaar Deutsch aus Volkmarsen und anfänglich auch Manuel Wolf als ZDL. Die ersten Flüge gingen nach Mallorca. Die Idee dieses Angebotes war es, älteren Menschen, die sich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr allein trauen, eine weite Reise zu unternehmen, dies durch begleitende Hilfen (Organisation, Betreuung und Begleitung bei Ausflügen, Hilfen bei den Mahlzeiten) doch zu ermöglichen. Die ambulante Krankenpflegestation erfreute sich wachsender Beliebtheit mit einer zunehmenden Zahl an Patienten, die Behandlungspflege und Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nahmen, so dass man sich in der Entscheidung, in die Behandlungspflege einzusteigen, bestätigt sah.Unter der Federführung des DRK Korbach wurde die Arbeitsgemeinschaft DRK-Hausnotruf Waldeck-Frankenberg gegründet.

 

 

 

1997














Dr. Dr. Horst Bökemeier übernahm wieder den 1. Vorsitz des DRK-Kreisverbandes und löste damit Herrn Bonhage ab. Frau Barbara Jopp löste Frau Ursula Bökemeier als stellvertr. Vorsitzende ab. Das Jahr war gekennzeichnet von zwei Großereignissen, die das DRK vor neue Herausforderungen stellte. Das erste war der Hessentag in Korbach. Unter der Leitung von Bernd Fischer als Kreisbereitschaftsführer mussten umfangreiche logistische Vorbereitungen getroffen werden, um die sanitätsdienstliche Betreuung dieses Großereignisses sicherzustellen. Vorbereitungen hierzu wurden bereits im Jahr 1996 durch Kontaktaufnahme mit dem Kreisverband Gelnhausen getroffen, wo der vorige Hessentag stattgefunden hatte. Insgesamt hatten 248 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte 12.000 Stunden für eine erfolgreiche Arbeit geleistet. Für die Mitarbeiter der Verwaltung war es eine "Ehrensache" organisatorische Hilfe zu leisten, wobei man teilweise in der Dienststelle die Nacht verbrachte und am nächsten Morgen seinen "normalen" Dienst antrat. Auch die Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe klappt hervorragend. Das andere unfreiwillige Ereignis war die Beteiligung an der Hochwasserhilfe  an der Oder. Hier hatte sich die gute Zusammenarbeit mit den Kameraden des polnischen Roten Kreuz bewährt. Hilfsgüter, vor allem auch Mineralwasser, weil es an brauchbarem Trinkfasser fehlte, wurde in das Katastrophengebiet gebracht. Geplagt waren die Helfer von Mücken, die sich im morastigen Wasser gebildet hatten und von Ratten, die wegen Verstopfung des Kanalsystems an die Oberfläche kamen.

 

 

 

 

1998







Der Mahlzeitendienst "Essen auf Rädern" feierte 20-jähriges Bestehen. Frau Klara Helmrich wurde als langjährige ehrenamtliche Koordinatorin des auf die Initative des sozialen Arbeitkreises (Frau Erdmann, Fritz und Tilly Jaquet) zurückgehendes Angebot geehrt. Als Anbieter wurde die Firma Apetito aus Hannover gewäht, die die Tiefkühlkost seit dem anliefert. Die Angebotsformen wurde verfeinert (Diabetikerkost, Reduktionskost, pürrierte Menüs, vegetarische Kost, natriumreduzierte Menüs). In 20 Jahren wurden 533.826 Portionen ausgeliefert.Ende 1998 wurde die Krebsnachsorge eingestellt. In der Verwaltung wurde eine EDV-Vernetzung aller Arbeitsplätze mit einem zentralen Windows-Server hergestellt - vorher wurde mit Unix-Terminals gearbeitet.

Die Betriebsratswahlen ergaben folgendes Ergebnis: Andreas Budde, Bernd Göbel und Jürgen Brand wurden für den Rettungsdienst gewählt, Frau Hannelore Ungelenk für das Betreute Wohnen, Manuel Wolf, Ute Schnatz und Marlis Wolf für die Krankenpflege und für die Verwaltung Herr Günther Birkenstock.

 

1999








In Dalwigksthal wurde am 01.07.1999 eine weitere Rettungswache eingerichtet. Im Betreuten Wohnen waren 58 Appartements vermietet. Man stellte fest, dass ca. 60 % der Bewohner Pflegeleistungen benötigten.  Die Schuldnerberatung wurde nach Einführung des Insolvengesetzes durch das Angebot der Insolvenzberatung in sinnvoller Weise ergänzt. Zuvor hatte sich das DRK durch das Regierungspräsidium Kassel als geeignete Stelle anerkennen lassen. Diese Beratung leistete auch Herr Birkenstock. Die Gebrauchtmöbelhilfe wurde eingestellt. Die Anzahl der Mitarbeiter lag bei 111 (53 Vollzeit, 34 Teilzeit, 4 geringfügige Beschäftigung, 2 ZDL). Unser Kreisverband erhielt seine erste Homepage.

Am 01.05.1999 wurde neben Frau Edith Müller Herr Gerd Brückmann als 2. Geschäftführer eingestellt.

 

2000 - 2009



Dieses Jahrzehnt stand in dem Zeichen der weiteren Ausgliederung Teilen des  DRK-Kreisvberbandes in gGmbH´s und dem Ausbau des Betreuten Wohnens mit neuen Wohnheimplätzen und einer stationären Pflegestation (Pflegewohnbereich). In 2003 wurde das 125-jährige Jubiläum des Roten Kreuzes  und der Hessentag in Bad Arolsen gefeiert, es war wohl das ereignisreichste Jahr dieses Jahrzehnts. Auch musste man sich wieder von vielen Weggefährten (Anna Mollenhauer 2003, Helmut Richter 2003, Wilhelm Budde 2003, Hans Röder 2006) trennen, die in diesem Jahrzehnt gestorben waren.  

2000




Am 07.05.2000 lud das DRK zu einem "Tag der offenen Tür" in die Geschäftsstelle ein. Betreutes Wohnen: Der Altersdurchschnitt lag bi 83 Jahren - dies wich ab von der prognostizierten Erwartung, dass das Alter der  Bewohner zwischen 70 und 75 liegen würde.Frau Richter und Herr Wilhelmi wurden in den Ruhestand verabschiedet. Frau Barbara Jopp wurde stellvertr. Vorsitzende. Das JRK-Akkordeonorchester feierte das 15-jährige Jubiläum.  

2001


Das Projekt "Helfer vor Ort" wurde ins Leben gerufen. Sie sollten ein Bindeglied zwischen der Ersten Hilfe und dem Rettungsdienst sein. Die Bereitschaften erhielten Defibrillatoren für die Erste Hilfe. Am Wohnpark am Südwall wurde ein Bushaltestelle eingerichtet. Der Ortsverein in Vasbeck und in Wrexen feierten ihr 100-jähriges Bestehen.  

2002






Zum 01.01.2002 wurden die Sozialstation und das Betreute Wohnen in einer Tochtergesellschaft des DRK-Kreisverbandes in die DRK Soziale Dienste gGmbH ausgegliedert. Zum 01.07.2002 wurde ein "Streetworker" (Alexander Sessler) für die Betreuung von Aussiedlern für ein Jahr eingestellt. Zum ersten Mal fand aufgrund mangelnder Beteiligung ein Schwesternhelferinnen-Lehrgang nicht statt. Es fanden auch in den folgenden Jahren keine solche Lehrgänge mehr statt. Die Umstellung von DM auf EUR verlief problemos.

Bei den Betriebsratswahlen wurden gewäht: Günther Birkenstock (Verwaltung), Hannelore Ungelenk (Betreutes Wohnen), Mia Rabe, Edelgard Hegel und Angelika Gernand (Sozialstation), Bernd Göbel, Jürgen Brand, Andreas Budde (Rettungsdienst), es wurde ein Gesamtbetriebsrat unter Vorsitz von Günther Birkenstock gebildet.

 

2003









Feier zum 125-jährigen Bestehen des DRK vom 06. -09.03.2003 in Bad Arolsen: Der Festakt fand in der Fürstlichen Reitbahn in Bad Arolsen statt. Der DRK-Kreisverband erhielt die Henry-Dunant-Plakette. Mit der Verdienstmedaille des DRK-Landesverbandes wurden Ursula Bökemeier (langjährige Leiterin der Sozialarbeit), Sylvia Vetter (Leiterin des JRK-Akkordeonorchesters) Wolfgang Bonhage (langjähriger 1. Vorsitzender), Siegfried Sauer (langjähriger Ausbildungsleiter in Arolsen), Wilfried Müller (langjähriger Rettungsdienstleiter und Kreisbereitschaftsleiter) und Dr. Müller-Froelich (Justitiar) ausgezeichnet. Neuer 1. Vorsitzender wurde Dr. Harald Ise und löste damit Dr. Dr. Horst Bökemeier ab. Stellvertr. Vors. wurde Klaus Friedrich (Bürgemeister von Korbach), Leiterin der Sozialarbeit wurde Frau Ingrid Deutsch, die Frau Bökemeier ablöste. Neuer Schatzmeister wurde Jürgen Trumpp.

Der Hessentag in Bad Arolsen stellte das DRK wieder einmal - wie in 1997 in Korbach - vor große Herausforderungen. Neben der Einsatzplanung musste auch vom Kreisverband die Kostenkalkulation durchgeführt werden. Die Gesamtleistung hatte Bernd Fischer als Kreisbereitschaftsleiter. In Bad Arolsen wurden Unfallhilfsstellen eingerichtet. Auch dieses Mal wurden - wie in Korbach - von anderen Kreisverbänden Helfer angefordert, die hauptamtlichen Mitarbeiter standen ebenso wieder für die Registrierung der Helfer zur Verfügung.

 

2004





Der Erweiterungsbau des Wohnparks am Südwall wurde im Rahmen eines "Tages der offenen Tür" eingeweiht, mit ihm wurden auch 13 Pflegeplätze im vollstationären Bereich geschaffen.  Am 31.12.2004 ging Wilfried Müller, Rettungsdienstleiter, in die Ruhephase der Altersteilzeit.Im Dezember erschien die 1. Ausgabe der RK-Intern, eine betriebsinterne Zeitschrift, die seit dem im monatlichen Rhythmus erscheint und die Mitarbeiter über rotkreuzinterne Vorgänge informiert.Das Informationsblatt wird über die Lohnabrechnung verteilt. Sie soll den "Informationsfluss" zwischen den einzelnen Bereichen des inzwischen größer gewordenen Verbandes verbessern. Ins Leben gerufen wurde sie von Herrn Manuel Wolf, dem sich Frau Heike Lenz und Herr Günther Birkenstock anschlossen.   

2005







Frau Müller, langjährige Geschäftsführerin, ging am 01.01.2005 in die Ruhephase der Altersteilzeit, außerdem schied Hartmut Kasparek, langjähriger Buchhalter, aus Altersgründen aus, Adelheid Bölkow wurde neue stellvertr. Vorsitzende und löste Barbara Jopp ab. Eine Straßensammlung erbrachte einen Betrag von von 12.294 EUR für die Flutopfer in Ostasien.Wegen rückläufiger Mitgliederzahlen wurde eine Werbeaktion durchgeführt. Im Betreuten Wohnen wurde der Aufenthaltsraum im Obergeschoss zum "Wolfang-Bonhage-Saal" eingeweiht. Im Mai 2005 kamen auch die ersten "1-EUR-Jober" zu uns. Im Juni 2005 wurde unter der Leitung von Dr. Ise ein Arbeitskreis gegründet, der aus Vertretern ehrenamtlicher Bereiche des DRK (Bereitschaft, Ausbildung, JRK, Sozialarbeit) und hauptamtlichen Mitarbeitern besteht. Im August 2005 wurde das zusätzliche Angebot der Schuldnerberatung in der Rettungswache Bad Arolsen installiert.

Der Rettungsdienst wurde am 01.01.2005 aus dem Kreisverband in die DRK Rettungsdienst gGmbH ausgegliedert.

 

2006









Im Januar wurde eine DRK Service GmbH gegründet. Sie die dient der Arbeitnehmerüberlassung für alle anderen Bereiche des DRK.

Im Juni 2006 wurden die neuen Gebäude der Rettungswache in Korbach ihrer Bestimmung übergeben. Mit einem Kostenbeitrag von 440.000 EUR wurden die alten Garagen, die nicht mehr den modernen Ansprüchen genügten, abgerissen und durch neue und größere Garagen ersetzt, außerdem wurden die Aufenhaltsräume aus dem Dienstgebäude des DRK in die neu errichten Räume der Rettungswache verlegt. Erstmals wurde der Kurs "Helfer in der Pflege" unter der Leitung von Krankeschwester Kerstin Steuber angeboten.

Die Betriebsräte wurden im Mai 2006 gewählt. In den Betriebsrat der DRK Soziale Dienste gGmbH, der jetzt aufgrund der Beschäftigtenzahl aus 5 Mitgliedern besteht, wurden die Mitarbeiterinnen Waltraud Mehring, Karin Heimbuchner, Angelika Gernand, Edelgard Hegel und Birgit Dworak gewählt; in den Betriebsrat der DRK-Rettungsdienst gGmbH wurden die Kollegen Bernd Göbel, Andreas Budde und Jürgen Brand wiedergewählt.

Neuer Verbandarzt wurde Dr. Hoger Pütz. Melanie Gradetzke wurde neue JRK-Leiterin und löste damit Werner Poschmann ab.

 

2007



Projekt Rockzipfel gestartet. Ein Angebot für Mütter und Väter, die eine Weile ihre Kleinkinder, während sie Besorgungen zu erledigen haben, in gute Hände geben wollen. Hannelore Ungelenk und Gerda Stück wurden in den Ruhestand verabschiedet. Michael Bradtke wurde neuer Kreisvereitschaftsleiter und löste damit Bernd Fischer ab. Ab dem 05.11.2007 wurde ein Kranken-Fahrdienst eingeführt, der die Lücke zwischen dem klassischen Rettungsdienst und den normalen Taxifahrten schließen soll.  

2008







Das Kreisauskunftsbüro (KAB) wurde von Alfred Deutsch neu gegründet. Das KAB dient Vermissten und den Angehörigen für die Erfassung und Nachforschung bei Katastrophen- und Konfliktfällen. Der DRK Kreisverband konnte dank der fünfjährigen Vorarbeit des Erste-Hilfe-Ausbilders Siegfried Sauer ein eigenes Konzept für die Laienausbildung im Vorschulalter unter dem Motto „Helfen bringt´s“ vorlegen. In einem Korbacher Kindergarten wurde es jetzt sozusagen uraufgeführt. Es wurde die Servicestelle für das Ehremant eingerichtet, besetzt wurde diese Stelle mit Bernd Fischer. Der Fahrdienst wurde erweitert. Zum 01.04.2008 wurden 20 Mitarbeiter und 9 Fahrzeuge von der privaten Gesellschaft Promedica in Bad Wildungen übernommen. Parallel wurde zum 01.04.2008 eine neue GmbH gegründet – die DRK Fahrdienst Korbach-Bad Arolsen GmbH. Im November 2008 wurde eine Rettungshundestaffel (Andrea Skibak) gegründet. „Mach mit“ lautet die Kampagne des Deutschen Roten Kreuzes Unter diesem Motto präsentierte sich der DRK Kreisverband Korbach-Bad Arolsen am Samstagvormittag, 24.05.2008  

2009



Der Rettungsdienst wurde erfolgreich zertifiziert. In der Schuldnerberatung des DRK Kreisverbandes-Korbach Bad Arolsen wurde eine Online-Beratung eingeführt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Schuldnerberatung in Kassel hatte bundesweit in einer Aktion dieses Beratungsangebot eingerichtet, an dem sich die lokalen Schuldnerberatungsstellen beteiligen konnten. Silvia Vetter wurde neue JRK-Leiterin und löste damit Melanie Gradetzke ab. Dr. Bodo Flake wurde Kreisverbandsarzt.  
2010 Eröffnung eines "Eltern-Cafes" in Bad Arolsen. Am 01.10.2010 Eröffnung eines Kleiderladens in Korbach, Fußgängerzone. Einweihung einer neuen Rettungswache in Lichtenfels-Dalwigksthal. Im Juni Betriebsausflug zu den Wurzeln des Roten Kreuz nach Solferino. Aufnahme des Ortsvereins Ehringen in den Kreisverband. Einstellung eines neuen Mitarbeiters, Alexander Hammer, in der Schuldner- und Insolvenzberatung. Das Dienstgebäude in Korbach erhält eine Fotovoltaikanlage. Erste Betriebsratswahlen in der DRK Service GmbH. Gewählt wurden Katja Fabry (Altenpflege), Jens Figge (Fahrdienst), Maria Seebold (Küche) und Christian Skibak sowie Silke Pauli (beide Rettungsdienst). Vorsitzende ist Frau Silke Pauli, ihr Stellvertreter Herr Jens Figge.  
 
2011 Erste Auszubildende im Rettungsdienst im August 2011 eingestellt. Volunta Kassel (Organisation von "Freiwilligem Sozialen Jahr" und anderen freiwilligen Diensten im Auftrag des DRK in Hessen ) bekommt Räume für ihre Tätigkeit im DRK-Kreisverband. 50-Jahr-Feier Ortsverein Herbsen. Erweiterung des Pflegewohnbereichs auf 43 Wohnheimplätze durch Neubau im Oktober 2011 in Betrieb genommen.

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